Stemma San Dona' Di Piave (VE)

Citta' di San Dona' di Piave
Assessorato alla Cultura


Museo della Bonifica

DAS 1975 gegründete Heimatmuseum der Stadt San Donà di Piave wurde im Oktober 1983 unter der Bezeichnung, "Museum für Landerschlieung" eingeweiht und damit dem Publikum zugänglich gemacht.

Es umfat Darstellungen, Plastiken und Gegenstände, die, nach ihrer Zugehörigkeit zu den verschiedenen Zeitabschnitten geordnet, den Werdegang des Gebietes um San Donà seit dem Altertum aufzeigen. Das Ganze wird durch eine ethnographische Sammlung ergänzt.

Das Umland von San Donà erlitt im Laufe der Jahrhunderte einschneidende Veränderungen, teils auf Grund von Naturereignissen, teils auf Grund menschlichen Eingreifens.

Einst bestand dieser Landstrich aus einer ganzen Reihe von Inseln und Halbinseln, aus wildreichem, von dichten Waldbeständen bedecktem Festland und fischreichen Lagunen.

Auf Grund von Naturereignissen wie verheerenden Überschwemmungen durch die Hauptwasserader des Gebietes, den Piave, wurde das Gebiet zu einem von Krankheiten heimgesuchten unwegsamen Sumpfland. Die Eingriffe des Menschen vor allem unter der Herrschaft der Republik Venedig, die hauptsächlich der Umleitung der in die Lagune mündenden Flusse dienten, verschlechterten den Zustand der ohnehin tiefer als die Lagune liegenden Gebiete.

Gegen Ende des 19. Jh. begannen nicht zuletzt auf Grund der unablässigen Suche nach neuem urbar zu machendem Land und zur Schaffung von Arbeitsplätzen, jene groartigen Unterfangen der Landerschlieung für die Landwirtschaft.

Diese Arbeiten wurden zunächst von Privatleuten eingeleitet, die nicht selten bei dem schwierigen Unternehmen ihre gesamte Habe verloren. Später, d.h. bis hin zu den Fünfziger Jahren unseres Jahrhunderts, wurden sie mit staatlicher Beteiligung und mit Hilfe des dadurch möglich gewordenen Einsatzes von menschlichem Erfindergeist und menschlichen Flcies fortgeführt .

Beim Durchschreiten der Museumsraume lat sich Dank der unmittelbaren Anschauung mit Hilfe der Ausstellungsstücke aus alten Zeiten die enorme Mühsal unserer Vorfahren nachvollziehen.

Auch an geschichtlichen Zeugnissen fehlt es nicht in dem durch die Landerschlieung in einen üppigen Landstrich verwandelten Gebiet. So blieben die Reste der römischen Heerstrae Via Annia erhalten, die Altino mit Concordia und Eraclea Veneta verband. Letzterer Ort wurde als Zufluchtsort der opiterginer Volksstämme, die vor den im Zuge der Völkerwanderung des 7. Jh. n.Chr. eingefallenen Völkerschaften flohen, zur Wiege Venedigs. Es bildete sich dort der erste Herrschaftssitz über die Inseln der Lagune heraus, der später verlassen wurde, um die wunderbare Stadt Venedig zu errichten, wie wir sie heute kennen.

Es erhielten sich darüberhinaus die durch die Republik Venedig angelegten Wasserstraen. Hier färbten sich im Ersten Welkrieg die Wasser des Piave rot vom Blut der Gefallenen der beiden sich gegenüberstehenden Heere, hier bot Italiens Streitmacht auf legendäre Weise Widerstand: dies ist die Stadt, die bis auf die Grundmauern zerstört wurde, so da man bereits daran dachte, sie zu verlassen.

Aber die Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrer Heimat und staatliche Hilfen vermochten es, ein Wunder herbeizuführen, und so ist heute San Donà eine moderne geschäftige Stadt mit nicht wenig Aussicht auf eine reiche Zukunft.

Das Museum besteht aus verschiedenen Abteilungen.

Archäologische Abteilung: Sie entstand aus dem Anliegen heraus, der Reichhaltigkeit an archäologischen Funden in jenem von der Landerschlieung gekennzeichneten Gebiet zu entsprechen. Zuallererst verdient hierbei das historische Gebilde Cittanova-Eraclea Veneta Erwähnung, zusammen mit den diesbezüglichen Programmen für die Ausgrabung und die Erhaltung aufgefundener Relikte. Das durch das Museum gesammelte Fundmaterial ist zwar spärlich, doch ist man zuversichtlich, es mit der Hilfe der Bevölkerung selbst und staatlicher Stellen, denen die Leitung des Museums obliegt, ergänzen zu können.

Eigentliche Abteilung fur Landerschlieung: Sie spiegelt die Geschichte jener groartigen Unternehmen zum Schutz und zur Trockenlegung des Landes, die dazu notwendigen Anstrengungen und die mit diesen erzielten Ergebnisse wider.

Sie zeigt die Sumpflandschaft in ihrer Urgeschichte, die für sie typischen Behausungen, die ersten wichtigen Erschlieungsmanahmen; den Stillstand der Arbeiten und die Kriegszerstörungen; ihre Wiederaufnahme und das Erzielen des erwünschten Erfolgs: die Urbarmachung des gesamten Gebiets; die wichtigen Themen des Schutzes des Umlandes vor Überschwemmungen und den Küstenschutz.

Abteilung für Folklore und Brauchtum: Sie umfat eine gegenständliche Darstellung der Gerätschaften aus dem Arbeitsalltag von Bauern und Handwerkern, für Feldarbeit und Weiterverarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte, Einrichtungsgegenstände und Utensilien aus Bauernhöfen, Kleidungsstücke usw. Sie zeigt somit zusammenfassend die Arbeits- und Lebensweise aus der Zeit vor der Nutzbarmachung des Landes auf, wie sie teilweise auch nach dieser noch fortlebten.

Abteilung Erster Weltkrieg: Sie umfat eine Sammlung der Zeugnisse aus dem Weltkrieg, von 1915 bis 1918, der die vollständige Zerstörung der Stadt San Donà und zahlreicher Entwässerungsanlagen mit sich brachte. Sie erinnert an jene entsetzlichen Kriegsereignisse längs des Piave und an den Alltag des Stellungskrieges auf österreichischer wie italienischer Seite. In den obengenannten vier Abteilungen steht jeweils Raum für eine in der Zukunft erwartete Vervollkommung der ausgestellten Sammlungen dar, der gegenwärtig herausragenden Persönlichkeiten aus der Stadt gewidmet ist: Monsignor Luigi Saretta, Priester während des Ersten Weltkriegs, Con-te Giannino Ancillotto, mit der höchsten italienischen Kriegsauszeichnung dekoriertes Fliegerass, Silvio Trentin, ein angesehener Jurist und italienischer Patriot, und Pietro Sepulcri, herausstehende Personlichkeit im Kampf gegen die Schlafkrankheit.

Am Eingang des Meseums sind verschiedene Kataloge erhältlich, die das zur Sammlung gehörende Material eingehender erläutern.


Citta' di San Dona' di Piave
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last modified 17 luglio 1996